OYMOZ

Hinter dem kryptischen Projektnamen OYMOZ steht der Berner Musiker Antonio Albanello. In Wellen emergieren seine Arbeiten seit dreissig Jahren an die Öffentlichkeit. Seit jeher oszillierend zwischen Pop- und Experimentalmusik. Er initiiert und produziert seit den 1980iger Jahren mehrere Pop- und Rockprojekte (The Men, Albanello) war Mitglied der mythischen Gruppe Dnjepr, konzipierte Klanginstallationen und Theatermusik. Aktuell tritt er regelmässig live mit elektronischem Setting unter dem Namen ozmoZ auf. In den letzten Lern- und Wanderjahren in elektronischen Gefilden, drängten sich Songs am Ausdruckshorizont, die elektronisches und organisches Klanghandwerk verbinden wollten. Die schier unendliche Klanggestaltungsmöglichkeit der heutigen Elektronik inspirierte Antonio Albanello, der seit den Achtzigern nebst seiner Songwriter Evolution immer auch elektronisch und minimal music beeinflusste Musik im Auge behielt. „Breed“ ist nun ein Amalgam, dass die zwei von Albanello tradierten Ausdrucksformen verbindet.Unter dem Kollektivcharakter des Projektes OYMOZ, konnte sein langjähriger Weggefährte Marco Maria, Schlagzeuger Manuel Pasquinelli, Pianistin Maja Nydegger und der Tonmeister Chris Diggelmann für eine einzigartige Kollaboration eingebunden werden.

Die Entstehung von „Breed“ war Stückwerk. Sein Anfang nahm das Werk im hauseigenen Tonstudio, aber unkooperativer und inpertinenten Baulärm schickte das Projekt auf eine eineinhalbjährige Odyssee. Mit mobilem Tonstudio wurden in der Umgebung von Bern, an der Nordsee und in Berlin die Ideen ausgereift und zusammengefügt. Jede Etappe evozierte neues Material und zwingenderes Soundshaping. Manch tradiertes wurde über Bord geworfen, herkömmliche Songstrukturen finden sich auf „Breed“ nur selten. Die Summe seiner Teile fügte sich bei den Aufnahmen in der Heiliggeistkirche in Bern zusammen. Die mächtige Barockorgel, der Konzertflügel, das Schlagwerk und der grosse Raum wurden mit in die elektronischen Geschichten gewoben. Ein Experiment das dem Werk eine eigentümliche neuartige Stimmung verleiht. Die zehn Geschichten beinhalten wenig Worte. In diesem eher intimen Album haltet sich die Stimme zurück, die Texte sind relativ kurz und oft nur lyrische und metaphorische Einwürfe. Sie deuten auf Vergänglichkeit, Verluste und Gefahren der Beeinflussung hin. Die Schönheit der Dinge an sich bricht aber immer als Hoffnung, Freude oder Chimäre in Form von Melodien, Rhythmen und Flächen durch den melancholischen Schleier durch. Die Aussage will sich eher durch die Soundästhetik und durch die klangliche Tektonik erschliessen lassen, als durch viele Worte. Das Album ist keine fröhliche Hochglanzproduktion. Es wird ein Status Quo festgehalten mit hörbaren Sollbruchstellen und irritierenden Rissen auf dem Schwarzeis, genauso wie die in und um uns innewohnende Realität für eine latente Unsicherheit sorgt. Mit elaborierten soundscapes, dezenter Polyrhythmik, organischem Handwerk plus eine Unverfrohreheit in der Gestaltung der Stilmittel, wird hier der Knoten von elektronischer zum Teil clubbig anmutender Produktion und organischer Instrumentierung gelöst.

out in the woods of Wingst

the church sessions